Spitzensportler im Portrait

Erfolgsstory mit Springpferden

Turniersport, Ausbildung und Zucht vereinen sich im Hause Gröpper. Der 34 jährige Springreiter Claas Gröpper entstammt einer Reiterfamilie aus Tökendorf. Seit 1,5 Jahren baut sich die junge Familie ihre Reitanlage in Oldenhütten auf. Zusammen mit 2 Angestellten bewirtschaften Claas und Nina einen Betrieb mit 45 Pferden.

Neben der eigenen Aufzucht werden auch Berittpferde ausgebildet. Hier dürfen sich die Jungpferde noch Zeit lassen, erwachsen zu werden. Sie haben neben der täglichen Arbeit an der Hand und unterm Sattel, Spiel und Spaß mit Gleichaltrigen auf dem Paddock. Im Sommer stehen alle Pferde im Herdenverband auf der Koppel.

Auch die Hochleistungssportler haben regelmäßigen Weidegang, wobei die Berittpferde und Hengste ihre eigenen Koppeln mit direktem Kontakt, allerdings ohne Verletzungsmöglichkeit, zum Weidekumpel haben.

„Es ist uns wichtig, dass unsere Pferde einen abwechslungsreichen Alltag haben, Sozialkontakt untereinander pflegen und mit bestem Futter individuell genährt sind, damit aus ihnen erfolgreiche gesunde Pferde werden können. Nur bei bester Versorgung in allen Bereichen können wir langlebige Sportpferde vermarkten, die im In- und Ausland begehrt sind.“ so Claas über seine Philosophie.

Wie sind Sie zur Reiterei gekommen?
Claas Gröpper:
Mein Vater war schon immer begeisterter Reiter und Pferdezüchter. Meine Schwester und ich begannen früh mit der Reiterei. Für mich stand nach der mittleren Reife fest, dass ich beruflich mit Pferden arbeiten wollte. Meine Ausbildung zum Pferdewirt habe ich im elterlichen Betrieb und bei Jörg Naeve gemacht, bei dem ich danach noch viele Jahre gearbeitet habe. 2008 habe ich mich selbstständig gemacht. 2015 wurde mir das Goldene Reitabzeichen verliehen.

Worauf legen Sie beim Beritt der Pferde am meisten Wert?
Nina Gröpper:
Die Pferde brauchen eine gute Durchlässigkeit und Losgelassenheit bei der Arbeit. Als Dressurreiterin lege ich bei der Zucht meiner Oldenburger darauf großen Wert. Das merken wir auch immer wieder bei der Ausbildung unserer Springpferde. Sie brauchen Kraft, die sie natürlich durch gutes Futter erhalten, aber ohne gezieltes Training baut sich die Muskulatur zur Trag- und Sprungkraft nicht auf. Wir haben im Augenblick viele Jungpferde in Ausbildung, die wir dreijährig anreiten. Wir bauen unsere Pferde langsam auf, es ist so wichtig, dass man sie nicht bricht. Unsere Pferde bekommen die Zeit, die sie brauchen. Dabei werden sie jeden Tag konsequent gearbeitet, haben aber auch täglichen Weidegang und sind in der Führmaschine.
Ob mit meinen Dressurpferden oder den Springpferden meines Mannes, mache ich Stangenarbeit zur Lockerung und leichte Springübungen.

Worauf kommt es bei den Springpferden an?
Claas Gröpper:
Die Holsteiner Zucht machen wir zusammen mit Joachim Haack, einem guten Freund der Familie. Bei den Springpferden ist uns die Leistungsbereitschaft sehr wichtig und die Pferde brauchen Ehrgeiz. Eine große Galoppade ist natürlich von Vorteil und wir brauchen eine gute Durchlässigkeit, wie bei den Dressurpferden, und Kraft, die aus der Hinterhand kommt.
Unsere eigenen Jungpferde reiten wir selber ein, weil wir keinen Zeitdruck verspüren.

Wir machen die erste Turniervorstellung mit ihnen und wir haben auch einige Berittpferde zur Korrektur. Wir haben auch Züchter, die ihre Pferde gerne auf dem Turnier vorgestellt sehen, da sich Gewinne und Platzierungen auch positiv auf den Verkauf der Nachzucht auswirken.

Was ist Ihnen bei der Fütterung Ihrer Pferde wichtig?
Nina Gröpper:
Alle Pferde haben den ganzen Tag ausreichend Heu zur Verfügung. Wichtig ist, dass die Jungpferde schon im frühen Stadium umfassend gefüttert werden.Regelmäßige Entwurmung und Hufbearbeitung durch den Schmied sind bei uns Standard. Viele Pferdebesitzer achten erst auf die Fütterung, wenn die Pferde 3 Jahre alt sind, weil sie dann gearbeitet werden. Unsere Pferde bekommen aber von Anfang an neben der Basis von Müsliflocken, Baliospellets und Hafer, natürlich auch Mineralien. Unseren Sportpferden füttern wir morgens und abends ein Gemisch aus Balios BodyBuild und Hafer. Bei ihnen stelle ich fest, dass sie beim Training sehr schnell Muskulatur aufbauen.

Besonders bei einer Stute konnten wir sehen, dass sich ihre Halsbemuskelung sehr schön ausprägte und die Rückenmuskulatur kräftig und tragfähig wurde. Sie lernte sich im Galopp besser zu halten und das Reiten fiel ihr viel leichter. Alle Pferde bekommen 2 x in der Woche Balios MASH, damit sie genügend Ballaststoffe haben und der Darm gesund bleibt. Wir lassen uns das Balios MASH in Big Bags anliefern. Das macht bei 45 Pferden Sinn, da es Platz und Kosten spart. Die tragenden Zuchtstuten bekommen Balios Stuten-Fohlenmix.

Wir bieten ihnen ein kulinarisches Wohlfühlprogramm, denn nur Pferde, die sich wohlfühlen und ausreichend ernährt sind, können auch Leistung bringen. Die Fütterung ist das A und O. Das ist ja auch bei uns Menschen so, wenn wir uns gesund ernähren geht es uns besser, als wenn wir nur Schokoriegel verputzen.

Wie sieht der Alltag für Sie und Ihre Pferde aus?
Claas Gröpper:
Die Ein- und Zweijährigen sind jeden Tag im Paddock und auf der Koppel. Die Sportpferde kommen drei Mal am Tag raus. Erst gehen sie in die Führmaschine, dann werden sie geritten und kommen danach ins Paddock oder auf die Koppel.

Direkt am Hof haben wir 6 ha Weide arrondiert, auf der im Sommer die Jungpferde mit den Zuchtstuten Tag und Nacht sind. Morgens um 7 Uhr fangen wir mit der Heufütterung an, danach gibt es Kraftfutter.  Wenn wir damit fertig sind, frühstücken wir mit der ganzen Familie und mit unseren zwei Angestellten im Haupthaus. Dann geht unser 5-jähriger Sohn Felix in den Kindergarten und unsere 7-jährige Tochter Philine in die Schule.

Gesättigt wird gemeinsam gemistet und eingestreut. Wir haben eine Tafel auf der wir die zu trainierenden Pferde mit Reitern eintragen. Wir haben keine festen Pferde, die wir reiten, eher ein rotierendes System. Das ist für die Pferde gut, da sie lernen, sich auf verschiedene Reiter einzustellen. Ich reite alle Pferde alle paar Tage selber, um zu sehen, ob sie noch auf dem Stand sind, auf dem sie sein sollten.

Um 13 Uhr ist gemeinsames Mittagessen. Wir legen viel Wert auf diesen Familienverbund mit unseren Angestellten, da es das notwendige Vertrauen für eine gute Zusammenarbeit schafft.
Die beiden jungen Frauen haben ihre Wohnungen auf dem Hof. Das ist praktisch für beide Seiten, da die Arbeit als Bereiterin sehr umfangreich ist – eine 6-Tage-Woche ist normal.
Wir sind ein tolles Team und sind froh, dass wir uns aufeinander verlassen können. Nachmittags wird wieder geritten und für die Abendversorgung alles vorbereitet.

Ein Turniertag sieht ganz anders aus, er beginnt um 5.30 Uhr mit dem Waschen und Einflechten der Pferde, eine Bereiterin kommt mit zum Turnier und oftmals abends erst um 19 Uhr wieder nach Hause. Das sind lange Tage für die Mädels. Die beiden machen super mit und wir passen auch menschlich gut zueinander – das ist wichtig, wenn man so intensiv  zusammenarbeitet.

Wir bilden die Pferde bis Klasse S aus, bestreiten mit den jungen Pferden die Springpferdeprüfungen gerne hier in Holstein. Aber wir sind auch bundesweit unterwegs. Eines unserer Lieblingsturniere ist Elmlohe, da machen wir auch schon mal einen Familienausflug hin. Aber es geht auch bis nach Isernhagen, Verden oder nach Hessen. Selbst unsere Kinder haben schon Spaß am Ponyreiten. Letztens meinte unser Sohn Felix, er möchte gerne wie Papa Turnierreiter werden.

Claas Gröpper, Profireiter aus Oldenhütten

 

Claas Gröpper – Ereignisse und Stationen

2000 – 2003
Lehre zum Pferdewirt (Bereiter) –
absolviert im elterlichen Betrieb

2003 – 2008
Angestellt als Bereiter bei Jörg Naeve

2008 – 2012
Selbständig auf der Reitanlage
Tökendorf

2012 – 2015
Selbständig auf der Reitanlage Schönberg

2015
Goldenes Reitabzeichen

seit 2015
Eigene Reitanlage in Oldenhütten

 

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